Geschichte der Vereinssternwarte der Olbers-Gesellschaft an der Werderstraße
(seit 1993 Walter-Stein-Sternwarte)

sternwarte 4Die bald nach Gründung der Olbers-Gesellschaft im Jahre 1920 unternommenen Anstrengungen zur Einrichtung einer Vereinssternwarte, die auch der Öffentlichkeit zugänglich war, wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zunichte gemacht. Einzig der kleine 90 mm-Zeiss-Refraktor, mittlerweile ein historisches Gerät, konnte gerettet werden und diente nach Kriegsende als wichtigstes Instrument bei den ersten (auch öffentlichen) Beobachtungsabenden.

 Bis 1958 bestand eine bescheidene, provisorische Beobachtungsplattform auf dem Gebäude der Seefahrtschule in Walle an der Elsflether Straße, die nur als Interimsstandort betrachtet wurde. Bei den bald einsetzenden Planungen für einen Neubau wurde von vornherein die Einrichtung einer Sternwarte samt Beobachtungsterrasse berücksichtigt. Dieser bis heute bestehende Standort an der Werderstraße (jetzt Hochschule Bremen, Fachbereich Wirtschaft und Nautik) wurde am 4. August 1958 eingeweiht. Kurz danach, am 11. Oktober 1958, konnte auch die Sternwarte feierlich eröffnet werden.

Zwar wurden Räumlichkeiten und Kuppel durch die öffentliche Hand gebaut und zur Verfügung gestellt, die Einrichtung und Ausstattung dieser ersten vollwertigen Volkssternwarte musste unser Verein jedoch selbst bezahlen und organisieren. Nach einem Hinweis des befreundeten Fachastronomen Dr. Beyer von der Sternwarte Hamburg-Bergedorf wurde man auf die solide Privatsternwarte des Hamburger Kaufmanns Hans Domizlaff aufmerksam, die dieser verkaufen wollte. Die passende Größe und der günstige Preis von insgesamt 30.000 DM inkl. Kuppel ergaben schnell Handelseinigkeit. Neben diversem Zubehör bestand die Sternwarte aus Säule, Montierung, 4 m-Kuppel von Zeiss mit elektrischem Antrieb und zwei Instrumenten: Dem 130 mm Zeiss Refraktor, der noch heute vorhanden ist, und dem 1990 zerstörten 435 mm-Wilke-Spiegel (Gittertubus, im Cassegrain- und Newton-Fokus zu betreiben, auswechselbarer Fangspiegel). Die Kuppel ist in Segmente zerlegbar und kann von Zimmerleuten mit etwas Sachverstand ohne Weiteres ab- und aufgebaut werden.

sternwarte 2Die Abwicklung dieser bisher wichtigsten Beschaffungsmaßnahme unseres Vereins wurde vom damaligen und langjährigen Vorsitzenden, Dr. Walter Stein, mit wohlwollender Unterstützung durch Seefahrtschule und Senat organisiert. Der Kauf wurde durch einen Kredit mit Staatsbürgschaft ermöglicht. Die Schulden in Höhe von 23.000 DM konnten durch eifriges Rühren der Werbetrommel und Spenden von Privatpersonen, Firmen und Verbänden bereits nach einem halben Jahr beglichen werden.

 

 

 

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Beide Telekope waren gemeinsam auf einer Montierung plaziert, die ursprünglich nur für den Refraktor gedacht war. Möglich war dies durch die Verwendung von Elektronmetall (90% Magnesium mit Aluminium, Mangan u. a. Legierungsbestandteilen) für den Spiegeltubus. Der leere Tubus, wie er heute in der Sternwarte steht, wiegt 54 kg. Überlastung der Montierung war ein Grund, den großen Spiegel 1988 abzubauen.

In der ersten Zeit wurden sowohl das Kuppelinstrument als auch der 90er-Refraktor durch mechanische Uhrwerke nachgeführt, deren Gewichte in gewissen Abständen wieder hochgekurbelt werden mußten. Ende der 1970er-Jahre war die Umstellung auf elektrische Nachführung vollzogen. Durch die Terrassentüren führten zuerst Laufschienen für fahrbare Plattformen mit dem kleinen Zeiss-Gerät und einem kleineren Instrument. Wegen eindringender Feuchtigkeit mußten diese Schienen entfernt werden und die Plattformen bekamen Rollen aus Hartkunststoff.

In den 1960er- bis 1970er-Jahren wurde Sternwarte und Bibliothek durch Anschaffungen beständig ausgebaut. Dazu zählen kleinere transportable Fernrohre, Stative, eine Sternzeituhr, ein Blinkkomparator, eine Plattenkamera, Ferngläser, Okulare, Photometer und vieles mehr.

Im Zuge späterer Umrüstungen wurde auch die Originalmontierung in der Kuppel abgenommen und durch die Montierung der früheren Außenstelle Melchiorshausen ersetzt, als dort nicht mehr beobachtet wurde. Das jetzige Newton-Teleskop (300 mm Öffnung) wurde von der Sternwarte Langwedel erworben.

Im Jahr 2013: Entwurf und Bau eines Sonnenspektrografen. Die Inbetriebnahme erfolgte am 27.08.2013.
Dringend notwendige Reparaturen an der Sternwartenkuppel wurden im Sommer 2015 mit Hilfe von Spendengeldern und Unterstützung der Hochschule vorgenommen.

 

sternwarte 1Über die Jahrzehnte wurden Sternwarte und Beobachtungsplattform bei zahlreichen Öffentlichkeitstagen genutzt. Hier eine Aufnahme von der Sonnenfinsternis 1961.

 

 

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