
Die Entwicklung der Zeit
In der Physik hat sich das Konzept der Zeit über die letzten hundert Jahre drastisch weiterentwickelt. Sie wird nicht mehr als Hintergrund allen Geschehens gesehen, sondern kann sich selbst verändern. Zeit und Raum können entstehen, oder auch verschwinden. Sie können sich krümmen, zusammenziehen oder auch ausdehnen. Zeitreisen in die Zukunft, scheinen theoretisch möglich zu sein.
Laut Relativitätstheorie können Raum und Zeit sich sogar ineinander umwandeln – ein Effekt, welcher dabei hilft Schwarze Löcher zu verstehen.
Auch die Quantentheorie verschafft neue Einblicke in die Zeit:
so entsteht die Realität gewissermaßen erst in dem Moment, in dem die Welt beobachtet wird. Jeder Beobachter hat seine eigene Zeit und Realität, und doch gibt es objektive Geschehnisse. Wenn man die Relativitätstheorie mit einigen Prinzipien der Quantentheorie verbindet, erschließt sich zudem die Möglichkeit, dass Raum und Zeit aus dem Nichts entstehen konnten. Dies würde dann eine Beschreibung des Urknalls ermöglichen und damit den Ursprung von Zeit, Raum und Materie verständlich (oder zumindest verständlicher) machen.

Dr. Jean-Luc Lehners,
Leiter der ERC-Forschungsgruppe Theoretische Kosmologie
am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
(Albert- Einstein-Institut), Potsdam
